20 Jahre Lokale Agenda 21 Heilbronn im Aufbruch – eine persönliche Bilanz (Folge 1)

Ein persönlicher Rückblick und Ausblick von Uwe Ahrens

Am 21 November 1998 wurde auch in Heilbronn die Lokale Agenda21 als Bündnis aus Stadtverwaltung, Gemeinderat und Vertreter der Bürgerschaft vom auf Antrag von Oberbürgermeister Dr. Weinmann vom Gemeinderat aus der Taufe gehoben.

Die Vereinten Nationen haben 1992 als Ergebnis einer Konferenz in Rio de Janeiro u.a. alle Kommunen aufgefordert gemeinsam mit ihrer Bürgerschaft ein Handlungsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung der Welt im 21 Jahrhundert zu formulieren und umzusetzen.

In Zigtausend Kommunen, rund um den Erdball, wurden daraufhin Lokale Agenden21 gegründet, so auf Initiative der Volkshochschule und einiger Bürger auch in Heilbronn – die Lokale Agenda21 Heilbronn (LA21 HN). Am 21.November 1998 war in Heilbronn auch der Start für den ersten Stadtentwicklungsplan. Dies war das erste Mal, dass über den gesetzlichen Rahmen hinaus eine starke Bürgerbeteiligung praktiziert wurde. Es war auch der offizielle Starttermin für die LA21 HN.

Viele Lokale Agenda-Gruppen in BW wurden zwischenzeitlich in die Gemeindeverwaltungen integriert, haben sich umorientiert oder auch aufgelöst. Von den ehemals über 350 Agenda-Gruppen in BW existiert heute noch ca. 1/3.

Die LA21 HN hat bis heute viele Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung angestoßen. Unzählbare Veranstaltungen wurden dazu durchgeführt und die über den langen Zeitraum engagierten Mitstreiter haben bis heute ohne jede Vergütung ehrenamtlich Zigtausend Stunden ihrer Freizeit investiert.

Einige der angestoßenen Projekte wurden vom Gemeinderat beschlossen und durch die Verwaltung umgesetzt. Einer der wichtigste Meilenstein für einen besseren Umgang miteinander ist der Beschluß von verbindlichen Leitlinien für ein freiwillige Bürgerbeteiligung in Heilbronn.
Viele Ideen und Vorschläge der LA21 HN wurden von der Gemeinderatsmehrheit teilweise oder vollständig übernommen. Viele andere Vorschläge warten noch auf ihre Annahme und Realisierung. Das anfängliche gegenseitige Mißtrauen ist leider auch heute stellenweise noch vorhanden.

Eine nachhaltige Entwicklung zu betreiben, nimmt heute sowohl die Stadtverwaltung wie auch der Gemeinderat für sich in Anspruch. Die LA21 HN hatte und hat stets einen kritischen Blick auf diese Ansprüche. Manches entpuppt sich bei näherer Betrachtung leider als Worthülse. Es bleibt die Aufgabe auch der LA21 HN darauf hinzuweisen und Korrekturen einzufordern.
Die Ausweitung der Bürgerbeteiligung, die mit „Stuttgart 21“ einen neuen Schub bekommen hat, kommt Schritt für Schritt voran.
Die LA21 HN erhält jetzt seit vielen Jahren einen Sachmittelzuschuß durch Beschluß des Gemeinderates und Unterstützung durch die Volkshochschule Heilbronn. Vielen Dank dafür! Der Aufbau einer dringend benötigten Personalstelle wird nach wie vor nicht ermöglicht.

Viele Aktive sind von Anfang an dabei von anfänglich über 200 Beteiligten sind jetzt, über viele Jahre stabil, ca. 35 Bürger und Bürgerinnen kontinuierlich dabei.
Die Vertreter der LA21 HN haben nie für sich in Anspruch genommen die ganze Bürgerschaft zu vertreten. Sie sind aber ein kleiner Teil von ihr, mit hoher Fach- und Sachkompetenz. Dies wird mittlerweile durchaus von Einigen anerkannt.

Die LA21 HN ist ein Prozeß mit immer neuen Herausforderungen Das Mandat dazu hat sie von den Vereinten Nationen (UNO). Von der Stadt Heilbronn wurde ihr bisher kein Mandat, z.B. als kritischer Begleiter und Ideengeber, erteilt.

Es bleibt also nach wie vor Aufgabe, die nachhaltige Entwicklung und damit unsere Zukunft als gemeinsamen Prozeß in gegenseitiger Anerkennung zu entwickeln und zu leben.
Es bleibt Aufgabe der LA21 HN daran zu arbeiten, dass ihr anhaltendes Engagement für eine nachhaltige Entwicklung unserer Heimatstadt Heilbronn z.B. mit der Erteilung eines ordentlichen Mandates durch die Stadtspitze und Gemeinderat, gewürdigt wird.

Im diesem Sinne hat die Lokale Agenda 21 Heilbronn noch ein langes „Leben“ vor sich.

Zu den ersten 20 Jahren herzlichen Glückwünsch!!