Situations- & Ressourcenanalyse – eine sorgfältige gesellschaftspolitische Betrachtung der Situation in Heilbronn

Für das Projekt „Partnerschaft für Demokratie Heilbronn“* hat das Institut für Rechtsextremismusforschung der Uni Tübingen eine ausführliche sozialökonomische, gesellschaftliche und kommunalpolitische Analyse der Situation vorgenommen und Schlüsse für die Projektarbeit gezogen.

Die Ergebnisse finden sich als zusammenfassende Präsentation HIER, der ausführliche wissenschaftliche Bericht (170 S.!) kann auf Wunsch gern zur Verfügung gestellt werden (info@agenda21-hn.de).
„Demokratie lebt von der Beteiligung der Menschen. Folgt man diesem partizipativen, auf Beteiligung und Teilhabe an politischen Prozessen abzielenden, Demokratieverständnis, so sind „Regieren durch Mitwirkung und Regieren durch Diskussion“ die zentralen Elemente zur Analyse und Stärkung der Demokratie (….)
Folglich stellt sich die Frage, wie Demokratie erfahrbar gemacht werden kann – im Kleinen, im Lokalen, im Alltag. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, dass Beteiligung an der Demokratie in unterschiedlichen Gruppen der Bevölkerung sehr unterschiedlich gelebt wird – und werden kann(….)
Es ist ein Auseinanderdriften demokratiezufriedener und demokratieskeptischer bis hin zu demokratieablehnenden Lebenswelten zu beobachten. Doch wie kann Demokratie gestärkt werden? Wie kann sie erfahrbar gemacht werden?
Demokratie muss im Alltag erfahrbar sein. Und zwar so, dass die Menschen dabei Selbst- und Handlungswirksamkeit erleben – weil sie gehört werden, weil sie mitgestalten und mitentscheiden, weil sie in ihrer Vielfältigkeit Teil demokratischer Prozesse sein können…

Das seit 2015 bestehende (…) Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (…) hat sich zum Ziel gesetzt, Demokratie auf verschiedenen Ebenen zu fördern, Vielfalt zu gestalten und Extremismus zu verhindern, (…) zu einem friedlichen, respektvollen Zusammenleben beizutragen, Teilhabe zu fördern sowie die Arbeit gegen jede Form von Menschen- und Demokratiefeindlichkeit zu ermöglichen.
Ein zentrales Element zur Stärkung der Demokratie und des Demokratieerlebens vor Ort sind innerhalb des Bundesprogramms die „Partnerschaften für Demokratie“. In diesem Programmbereich werden Projekte (…) zur Stärkung und Vernetzung von zivilgesellschaftlich und demokratisch aktiven Menschen und Organisationen gefördert.
Diese Projekte sollen

  • demokratische Selbstwirksamkeit ermöglichen und stärken, indem (…) gemeinsam teilhabeorientierte Maßnahmen und Formate entwickelt und durchgeführt werden;
  • demokratische Bündnisse erweitern, eine „breite lokale Verantwortungsgemeinschaft“ schaffen;
  • den Akteuren der Partnerschaften für Demokratie Handlungssicherheit vermitteln im Umgang mit lokalen Herausforderungen insbesondere durch rechtspopulistische und rechtsextreme Akteure;
  • demokratieskeptische Menschen ansprechen, einbinden und ermutigen, an demokratischen Prozessen zu partizipieren;
  • die Kompetenzen zur Konfliktbearbeitung stärken und Schutzkonzepte für zivilgesellschaftliche Akteuren und gefährdete Gruppen erarbeiten.

Mit Beginn der laufenden Förderperiode (..wird..) eine Situations- und Ressourcenanalyse (S&R) der jeweiligen PfD durchgeführt. Bei der Analyse handelt es sich (…) um eine Analyse der Situation vor Ort inklusive der Herausforderungen und Ressourcen für die Arbeit der Partnerschaft für Demokratie. (…) Die S&R-Analyse soll vielmehr eine zentrale Grundlage der konkreten weiteren Arbeit der Partnerschaft für Demokratie in den Folgejahren bilden. Die Maßgabe ist, dass diese S&R-Analysen entsprechend grundlegenden wissenschaftlichen Standards durchgeführt werden, also intersubjektiv nachvollziehbar, transparent und methodischen Standards verpflichtet sind. Dabei sollen sowohl die Aktiven in der Partnerschaft für Demokratie als auch externe Akteure und Quellen wie etwa Veröffentlichungen von Ämtern, Hochschulen, Forschungsinstituten und eigene Erhebungen in die S&R-Analyse eingebunden werden, um ein evidenzbasiertes Vorgehen zu ermöglichen. Das Bundesprogramm schreibt dabei einen Fragenkatalog für die S&R-Analyse vor, der unter anderem folgende Fragen zu Situation, Ressourcen, Bedarfen und Potenzialen umfasst.

Das Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen verbindet in seiner Arbeit Grundlagenforschung mit Transdisziplinarität und gesellschaftlicher Verantwortung. Dazu gehört neben der Verpflichtung auf höchste wissenschaftliche Standards auch das Eintreten für Demokratie und Menschenrechte. Mit seinen Forschungsergebnissen will das Institut eine alltäglich gelebte demokratische und an den allgemeinen Menschenrechten orientierte Grundhaltung fördern und die Resilienz (zivil-)gesellschaftlicher und staatlicher Strukturen stärken. Das IRex verfügt über profunde theoretische und methodisch-statistische Kenntnisse in der Demokratie- und Partizipationsforschung“

*im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)

Quelle: Aus der Einleitung „IRex:ANALYSE, Situations- und Ressourcenanalyse #18, 26.06.2026, Partnerschaft für Demokratie Heilbronn, Situations- und Ressourcenanalyse
Rolf Frankenberger, Tim Fröhlich, Katharina Mayer, Bjarne Pfau, Yannick Decker.