
In der Sitzung des Gemeinderates am 30.April 2026 wurde (unter TOP 14) fast einstimmig – außer von GRÜNEN, PARTEI und PRO – eine Teilaufhebung der Erhaltungssatzung „Alt-Böckingen“ beschlossen und damit der Weg frei gemacht zum Abriss des CVJM-Hauses aus dem Jahr 1901 und dem Fällen der zwei gesunden 100jährigen Linden!
Was bedeutet das konkret? Wir von der Lokalen Agenda 21 Heilbronn sind der Auffassung, dass das Fachwerkhaus mit seiner Art zu Böckingen gehört und es sicher in das geplante neue Diakoniezentrum integriert werden könnte. Mit den beiden kräftigen Linden davor, ist es ein unbedingt zu erhaltendes Ensemble, die Fenster könnten der Bauzeit entsprechend angepasst werden. Das Ensemble scheint uns auch im Hinblick auf den Klimaschutz notwendig. Das gilt auch für die geplante Kita: Das historische Bild des Fachwerkhaus, die mächtigen Bäume, der kleine Abhang zur Klingenberger Straße passen dazu.
Eine besondere Brisanz bekommt der Vorgang dadurch, dass wieder die Alt-Böckinger Erhaltungssatzung ausgesetzt wird und dass dieser Abriss dem Anliegen der European Green Capital 2027 widerspricht, zu der ausdrücklich die Themen LUFT, KLIMASCHUTZ und KLIMAANPASSUNG gehören: Bäume sind für kühlenden Schatten, Filtern der Luft und deutliche Lärmminderung, insbesondere in stark bebauten Flächen, eminent wichtig. Und diese großen Bäume sind durch keine Neupflanzungen – es würden 50-100 Jungbäume gebraucht – zu ersetzen. Die Pfadfinder, die der Sitzung beiwohnten, waren entsetzt, die Böckinger trauern. Die Heilbronner Stimme berichtete am 5.Mai dazu.
Thomas Bergunde, Sprecher LA21HN