Ende Juni erreichte uns folgende Email:
«Sehr geehrter Herr Dr. Bergunde, Sehr geehrte Frau Seewi,
ich bin eine japanische Fachautorin und Seminarleiterin in der Schweiz, welche sich mit Themen wie Energiewende und Nachhaltigkeit beschäftigt.
Heute habe ich eine Anfrage an Sie bezüglich des Besuchs einer Professoren- und Forschergruppe aus Japan. Sie besteht aus 10 Personen aus verschiedenen wissenschaftlichen Fächern (Soziologie, Politikwissenschaft, Energie- und Klimaschutz). Gemeinsam sind sie sehr engagiert für den Klimaschutz und für die nachhaltige Entwicklung mit Bürgerbeteiligung auf kommunalen und regionalen Ebenen in Japan. Seit Jahren recherchiert diese Gruppe über Deutschland und Österreich als Vorbilder in diesen Bereichen und hat bereits drei Bücher darüber in Japan publiziert.
Zur Zeit plant sie ihre nächste Recherchereise Ende August mit Fokus Baden-Württemberg und Bürgerbeteiligung (insbesonders LA21 und Leader)…… Bei der Vorrecherche ist die Gruppe auf Lokale Agenda 21 in Heilbronn aufmerksam geworden, dass Sie sehr aktiv sind und wünscht ausdrücklich, Sie zu besuchen. Deshalb möchte ich Sie fragen, ob Sie diese Gruppe am folgenden Termin bei Ihnen in Heilbronn empfangen könnten?
Mit freundlichen Grüssen,… Kaori T.-W.»
Das hat uns natürlich in großes Erstaunen versetzt: Waaaas – Japanische Wissenschaftler und Nachhaltigkeitsakteure interessieren sich für uns?
Gesagt und getan – Wir haben sie dann am Freitag den 29.8.25 am Heilbronner Bahnhof mit einem japanischen Schriftzug begrüßt. Wir hatten dann gut drei Stunden Zeit für diese Begegnung – incl. Hin- und Rückweg zum Rathaus, wo uns das Nachhaltigkeitsbüro dankenswerteweise einen würdigen Raum zur Verfügung gestellt hat. Den Hinweg war bestückt mit Ausblicken auf Neckarbogen, Experimenta, Altneckar und Sommerzone sowie mit Einblicken zur Stadtgeschichte & -entwicklung ergänzt. Natürlich fanden wir uns dann zum obligatorischen Beweisfoto am Rathaus ein 😊!
Die Gäste hatten ja unsere Homepage bereits genau durchforstet und waren nun genauer interessiert an solchen Fragen wie …
- Organisation und Struktur der LA21 Heilbronn
- Verständnis von Nachhaltigkeit,
- Maßnahmen gegen KlimawandelArbeitsweise der Arbeitsgruppen, Mitglieder, Budgetverteilung
- Beispiele für konkrete Projekte der LA21, deren Entwicklungsmethoden und -prozesseBürgerbeteiligung/-Initiativen außerhalb von LA21 und deren konkrete Prozesse
- Beziehung zur Stadt, Energieagentur und Landkreis
- Beteiligung an politischen Entscheidungen und deren Auswirkungen
- Dekarbonisierung der Stadt Heilbronn: aktuellen Initiativen, Akteure, Reaktion der Bürger auf Maßnahmen gegen Klimawandel, Konkrete Dienstleistungen für Bürger, Unternehmen.

Ohje, sollte das eine richtige wissenschaftlich-analytischen Fragerunde werden?
Anhand einiger Präsentationsfolien gaben wir zunächst fokussierte Antworten. Das war wohl inhaltlich recht hilfreich und ermöglichte in den Gesprächsrunden dazwischen dann weiter vertiefende Fragen der Gäste.
Wir, das waren – thematisch arbeitsteilig – Gila Seewi, Christina Jakob, Ellen Keifer, Thomas Bergunde von der LA21 und Heinrich Leutenberger von NeNaHN sowie Mimy Wang vom USO.
Die Gesprächsrunde wurde laufend übersetzt – eine Hochleistung der Seminarleiterin.
Die Tour der Gäste ging insgesamt eine Woche von Stuttgart über Ulm, Heilbronn und Freiburg bis nach Schönau. Wir haben abschließend eine weiterführende Gesprächsbereitschaft über ihre Eindrücke, aus denen wir sicher was lernen können, bekundet und sind gespannt, was sich in der Zukunft vielleicht daraus ergibt.
Abschließend danke ich dem Team herzlich für die gemeinsame kurzfristige Vorbereitung und Beteiligung an der Begegnung – «LA21HN goes intenational»!!
Thomas Bergunde /Sprecher LA21HN