Die Hochschule auf dem Weg zur Klimaneutralität – Konzept, Umsetzung, Beispiele und Erfahrungen

Ein Bericht vom KlimaEnergieDialog Heilbronn am 20.04.2026 im TechCampus der Hochschule Heilbronn am Eröffnungstag der EarthWeek

Ausgehend von der raschen, globalen Klimaerhitzung – in Europa doppelt so schnell wie im Weltdurchschnitt – ergeben sich sowohl kritische globale Konsequenzen als auch regionale Herausforderungen. Dem stellen sich viele kleine und große Akteure auch in Heilbronn und Umland stellen. Dies thematisiert der KlimaEnergieDialog Heilbronn im Expertenaustausch. Siehe dazu die kurze Einführung im Namen des Trägerteams.

Die Hochschule Heilbronn (HHN) sieht es als ihre ureigenste Aufgabe an, sich neben Lehre und Forschung auch der gesellschaftlichen Verantwortung für Klimaschutz und Klimaanpassung zu widmen. Unter diesem Leitbild stellte Hochschulkanzler Christoph Schwerdtfeger im KlimaEnergieDialog am 20.04.2026 die relevanten Herausforderungen, Rahmenbedingungen und Projektdaten im Einführungsvortag „Zwischen Idealen und Investitionsrechnung – wie wir Klimaschutz steuern“ vor. Mit 31 Gebäuden von 6 Eigentümern an 4 Standorten bis 2030 (entspr. Klimagesetz BaWü) klimaneutral zu werden – da ist die Messlatte hoch gelegt. Es wird derzeit analysiert, geplant und konkret gehandelt, dass der CO2-Fussabdruck der HHN minimiert werden kann bei effektivem Einsatz des verfügbaren Personal und der Finanzressourcen. Ausgehend von jährlichen 11600 t Treibhausgasemission (lt. Hochschulstatistik) lohnt sich dies bei ca. 300€ gesellschaftlichen Kosten pro Tonne Emission (entsprechend UBA-Empfehlung) sehr wohl. Entsprechend werden die Maßnahmen nach „Wirkung pro Euro“ ausgewählt. Den Vortrag finden Sie HIER zum Download.

Das Zielkonzept und die Umsetzungsmaßnahmen erläuterte Klimaschutzmanager Tobias Held nach dem Handlungs-Leitbild: Vermeiden – Vermindern – Versenken der Treibhausgasemissionen. Wie kann das ehrgeizige Konzeptziel erreicht werden? Dazu wurden drei Szenarien (Nichtstun, Moderat, Konsequent) untersucht. Wenig überraschend ergab die Modellierung, dass nur das Szenario „Konsequent“ die Chance auf eine baldige Klimaneutralität der Hochschule ermöglicht. Die nächsten fünf Jahre sollen die geplanten Maßnahmen vorbereitet und umgesetzt werden, Kompensationen bleiben der Zeit nach 2030 vorbehalten. Tobias Held erläuterte detailreich, welche „low hanging fruits“ jetzt vorbereitete werden: z.B. die Dekarbonisierung der Heizung(en), das Gebäude-Energiemanagement und PV aufs Dach. Auch für jeden Heilbronner Hauseigentümer interessant und praktisch einsetzbar, stellte er die dafür relevante Werkzeuge vor – Solarkataster BW, Starkregen- & Überflutungskarten, Stecker-Solar-Simulator. Den Vortrag finden Sie HIER zum Download.

Die anschließenden Diskussion reichte von Grundsatzthemen zum Vortrag, über konkrete Fragen zu den Heilbronner Gebäuden bis hin zu Erfahrungen in anderen Bundesländern. Sie klang – wie immer – im persönlichen Kontakt bei Butterbrezeln und Saft aus.

Die Heilbronner Stimme berichtete am 23.April auch ausführlich über das Treffen: Hier.